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Ohne Sieger


 Die zweite Runde der Landratswahl endete, ohne dass der Posten im Landratsamt besetzt werden konnte. Die Stichwahl am Sonntag sollte eigentlich Klarheit bringen über die Zukunft des Barnims. Doch wieder war die Wahlbeteiligung im Landkreis zu gering, um Barnims zukünftigen Landrat zu bestimmen.
Mit 20,5 Prozent war die Wahlbeteiligung zur Stichwahl noch niedriger als bei der 1. Wahl am 10. Januar 2010. Da gingen immerhin  22,6 Prozent der Barnimer wählen. Keiner der beiden Kandidaten konnte eine Stimmenmehrheit von 15 Prozent auf sich vereinen. Im April 2009 hatte der Kreistag entschieden, mehr Demokratie zu zulassen. Der Landrat soll von den Bürgern gewählt werden. Aber der Barnim hat sich entschieden - nicht wählen zu gehen.
 „Wir haben keinen gewählten Bewerber“, erklärte Wahlleiterin Ilona Forth. „Wir haben das Mindestquorum von 15 Prozent der Wahlberechtigten  nicht erfüllt.“ Das bestand in absoluten Zahlen bei 22.737 Stimmen, die einer der Kandidaten hätte auf sich vereinen müssen  Aber Margitta Mächtig erhielt 12.644 Stimmen (41,2 Prozent) und Bodo Ihrke erhielt 18.048 Stimmen (58,8 Prozent). Im Vergleich zur Hauptwahl konnte sich Margitta Mächtig um 300 Stimmer verbessern und Bodo Ihrke um circa 1500 Stimmen. Das Ergebnis sorgte für Reaktionen bei den Kandidaten. Enttäuschung auf der einen Seite, Gelassenheit auf der anderen. Für eine Wiederwahl hat es nicht gereicht. Was macht ein scheidender Landrat jetzt?
„Ich werde wahrscheinlich mit dem einen oder anderen telefonieren“, sagte Bodo Ihrke. Den Schreibtisch hatte er bereits am vergangenen Freitag, seinem offiziellen letzten Tag als Landrat, geräumt, „wie sich das gehört“. Nun wird er sich erst einmal daran gewöhnen, ein Landrat a.D. zu sein. Und was macht die Kontrahentin?
„Ich fahre in den Landtag. Dort habe eine Sitzung des Arbeitskreises Recht und Justiz, weil ich Rechtspolitische Sprecherin der Linken im Landtag Brandenburg bin.“, erzählte Margitta Mächtig am Wahlabend.
Allerdings wird der Barnim nicht ohne Landrat bleiben. „Es gib einen stellvertretenden Landrat“, erklärte Ilona Forth. „Carsten Bockhardt wird die Amtsgeschäfte ab Montag übernehmen und die Wahl des Landrates wird nun in die Hände des Kreistags gelegt.“ Der Vize- Landrat Carsten Bockhardt wird sich erstmal um die Belange des Landkreises kümmern und in das Büro des Landrates ziehen. Voraussichtlich wird er dort für die nächsten vier Monate bleiben, denn so lange dauert das Verfahren, um die Stelle des Landrates Barnim zu besetzen.
Die Stelle wird nun laut der Kreiswahlleiterin bundesweit ausgeschrieben. Letztlich entscheidet dann der Kreistag über die Besetzung des Landratsposten. Aufgrund der geringen Wahlbeteiligung zur Stichwahl fällt das Wahlrecht nun an den Kreistag zurück.


Quelle: Eberswalder Blitz