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Mitbestimmung für Kinder und Jugendliche


Kinder und Jugendliche bestimmen mit! Unter diesem Motto fand Anfang März im Eberswalder Paul-Wunderlich-Haus ein Treffen zwischen Praktikern, Politikern und Verwaltungsmitarbeitern statt.
Dazu eingeladen hatten die Bürgerstiftung Barnim-Uckermark und die Stadt Eberswalde. Sie wollten zum einen die vielen Aktiven aus dem Bereich Kinder- und Jugendarbeit zusammenbringen und Netzwerke fördern. Zum anderen wollten sie sich darüber verständigen, welche Projekte es gibt und wie die Aktivitäten von Kindern und Jugendlichen gefördert werden können. Beispielhaft wurden drei Projekte vorgestellt. Die Spielleitplanung in Eberswalde, das Kinder- und Jugendparlament und das Projekt „Kinderrechte“ der Bürgerstiftung.
In einem Informationskarussell erhielten die Teilnehmerer eine kurze Erläuterung zu den Projektideen und den gegenwärtigen Arbeitsschwerpunkten. Die Vertreter vom Kinder- und Jugendparlament Eberswalde, kurz KJP, stellten ihr neuestes Projekt vor: den Stadtplan für Kinder. Aufgrund von Anfragen entwickelte das KJP den speziellen Stadtplan. „Der Plan soll zeigen, wo attraktive Orte wie Spielplätze zu finden sind oder wo zum Beispiel eine gefährliche Kreuzung ist“, erklärte Alexander Blum den Teilnehmern die Ziele des Plans.
Ausgeteilt werden soll der Kinderstadtplan an alle Kitas und Grundschulen der Stadt. Ein weiteres Projekt des KJP ist der Diskobus. „Viele Jugendliche gehen gern tanzen, wissen aber nicht, wie sie nach Hause kommen“, erklärte Alexander Blum den Grund desProjektes. Unter den Teilnehmern fand sich sofort jemand, der bereits Erfahrungen mit solch einem Projekt hatte und seine Hilfe anbot.
Einen Stand weiter wurde die Spielleitplanung von Eberswalde vorgestellt. Spielleitplanung ist ein modernes Planungsinstrument, das die Belange von Kindern und Jugendlichen in Ortsteilen darstellt.
Seit 2008 ist Eberswalde Modellkommune des Deutschen Kinderhilfswerks. In Eberswalde fanden bereits Befragungen statt, Kinder und Jugendliche machten gezielte Streifzüge und erstellten eine planerische Bestandsaufnahme. Noch in diesem Jahr soll der Entwurf des Spielleitplanes vorgestellt werden.
Die Bürgerstiftung Barnim-Uckermark war nicht nur Mitorganisator des Treffens, sondern stellte auch ein eigenes Projekt vor. Helga Thomé berichtete den Anwesenden vom Projekt „Kinderrechte“.
Die wichtigsten Rechte sind in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen geregelt. Mit einem Modellprojekt in Kooperation mit der Amadeu Antonio Stiftung und der RAA Hoyerswerda/ Ostsachsen e.V. macht sich die Bürgerstiftung Barnim Uckermark für die Umsetzung der Kinderrechtskonvention in den Städten und Gemeinden stark. „Dazu müssen Kinder ihre Rechte kennen und sich mit Hilfe Erwachsener für ihre Verwirklichung einsetzen können. Gemeinsam mit anderen Vereinen und Bildungseinrichtungen wollen wir die Kinder auf diesem Weg unterstützen“, erklärte Helga Thomé.
Nach Informationen der Veranstalter war es sehr wichtig, dass es diese erste gemeinsame Veranstaltung gab. „ Es gibt so viele Aktive, die in ihrem Berufsalltag mit ähnlichen Themen arbeiten. Diese Aktiven haben sich auf der ersten Veranstaltung kennengelernt und ein Netzwerk geschaffen“, erklärte André Koch, Geschäftsführer der Bürgerstiftung Barnim Uckermark.
Seiner Meinung nach war die Veranstaltung unter dem Thema „Kinder bestimmen mit“ nur eine Auftaktveranstaltung, aber kein Endpunkt. „Es gibt noch viele Baustellen in Eberswalde.
Ungeklärt sind noch Fragen wie: Wie hoch ist Kinderbeteiligung wirklich? Wie können Kinder und Jugendliche motiviert werden“, so André Koch. Aus Sicht der Bürgerstiftung war es deshalb schade, dass kein zweites Treffen konkret vereinbart wurde.


Quelle: Eberswalder Blitz