„Schwert des Henkers“

Die Vorbereitungen auf das 13. Bernauer Schwertkämpfertreffen laufen. Diese treffen sich am Sonntag, dem 14. März 2010, von 10 bis 17 Uhr in der Sporthalle an der Heinersdorfer Straße. Einen Vorgeschmack auf das Flair dort bieten am Freitag einige Kämpfer in zeit- und kampfschulgemäßer Kleidung. Bisher haben sich 178 Teilnehmer angemeldet. Darunter befinden sich 15 unterschiedliche Kampfstile. Bereits am Samstag, dem 13. März 2010 finden zehn Seminare statt. Eröffnet wird das Schwerkämpfertreffen mit landsknecht- und japanischen Trommeln. Sie sind seit dem Mittelalter Begleiter der Heere und sollten sie kämpferisch in den Kampf trommeln.
Zur Einstimmung auf das Treffen wurde nun die Sonderausstellung „Schwert des Henkers“ eröffnet, die bis Ende Juni zu sehen sein wird. Standen in den Vorjahren oft Schwerter aus fernen Ländern im Mittelpunkt der Exposition vorm Schwertkämpfertreffen, dreht sich dieses Mal alles um einen Lokalmatador: das Bernauer Richtschwert.
„Das Schwert, das in der Kulturgeschichte der Menschheit stets mehr war als nur Waffe, als ein bloßes Werkzeug zum Töten, sondern auch immer ein Symbol der Macht, ist deshalb auch immer mit Begriffen wie Ruhm und Ehre in Verbindung gebracht worden“, so Museumsleiter Bernd Eccarius. „Beim Richtschwert scheint dies, zumindest auf den ersten Blick anders. Denn das Richtschwert wird vom Henker, einer „unehrlich, anrüchigen“ Person genutzt und verliert damit scheinbar auch seine ’Reinheit’. Aber war der Scharfrichter immer nur der stupide, brutale Menschenquäler? Diesem Geheimnis versucht sich die Ausstellung durch die Art und Weise der Darstellung des Henkers in der Kunst zu nähern. Als Beispiele dienen dabei unter anderem die Darstellungen des Henkers auf den Bildern des Marienaltars aus der Bernauer St.-Marien-Kirche.“
Aber in der Ausstellung ist ein weiteres Highlight zu sehen. Mit dem Ritt auf dem Schandesel wurden Ehebrecher, Verräter, aber auch Frauen, die ihre Männer schlugen oder umgekehrt bestraft. Sie wurden auf dem Esel durch den Ort geführt, manchmal auch rücklings oder auch nackt.
Eintritt zur Ausstellung im Henkerhaus: ein Euro, ermäßigt 50 Cent. Weitere Infos unter Tel. 03338/700496.
Quelle: Eberswalder Blitz