Winter ade
Nein, so einfach lässt er sich nicht verabschieden. Tausendfach wurde er herbeigerufen und ersehnt. Nun ist er da, seit Wochen, und bleibt wie ein lästiger Gast.
„Nun reicht es aber langsam“, sagte kürzlich eine Frau beim Einkauf. Sie fand Zustimmung. Denn eine allgemeine Ungeduld macht sich breit. Verständlich, wenn vor allem ältere und behinderte Menschen wochenlang nicht den Weg ins Freie wagen können und Rat und Hilfe anderer brauchen.
Verständlich, wenn Hauseigentümer und Winterdienste ihre Grenzen sehen. Aber eine Katastrophe ist dieser Winter hier nicht. Für das Murren der Eltern haben z.B. die meisten Kinder wenig Verständnis. Positiv ist doch auch, wenn Kontakte und Nachbarschaftshilfe sich neu entwickeln.Hier ist noch ein weites Feld der Betätigung, das auch viel Aufmerksamkeit erfordert. Was können wir denn tun, wenn er einfach nicht gehen will, dieser Winter. Mit Kanonen hat man schon Wolken vertrieben oder herbei geschossen. Wettermachen, wäre das etwas? - Bei so unterschiedlichen menschlichen Wünschen gäbe es wohl das größte vorstellbare Chaos. Es ist beruhigend , dass menschliches Machen Grenzen hat. Was gilt und hilft, ist das Vertrauen in das Wort der Bibel:
„So lange die Erde steht soll nicht aufhören Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“.
Dieser Rhythmus ist kein Menschenwerk, und er hat sich viel tausendfach bewährt, darauf können wir vertrauen. Wintertage bieten auch die Chance dieses lebendige Wort der Bibel mehr als sonst zu lesen. Hieraus könnte eine Erfahrung werden, die Paul Gerhardt so ausdrückt : „Der Wolken Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.“
Gerhard Sachs
Evangel.- Freikirchliche
Gemeinde
(Baptisten)
Quelle: Eberswalder Blitz