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Senkung des Messwertes


Im Jahr 2003 wurde an der verkehrsbezogenen Immissionsmessstelle des Landesumweltamtes (LUA) Brandenburg in der Bernauer Lohmühlenstraße der Kurzzeit-Grenzwert für PM10-Feinstaub überschritten: An 37 Tagen (Grenzwert: 35 Tage) lag der Tagesmittelwert über dem damals zulässigen Niveau von 60 µg/m³. Daher war entsprechend Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) ein Luftreinhalteplan aufzustellen, der im Jahr 2006 durch die Stadtverordnetenversammlung zum Beschluss erhoben wurde. Die Luftverunreinigungsmessungen aus dem Jahr 2006 bestätigten im übrigen die Grenzwertüberschreitung.
Innerhalb des sehr übersichtlich strukturierten Hauptstraßennetzes von Bernau stellt der die Altstadt umschließende Ring, zu dem die Lohmühlenstraße gehört, den am stärksten belasteten Teil dar. Das Verkehrsaufkommen erreichte dort bereits 2005 zwischen 13.600 und 21.800 Kfz pro Tag. Dabei wiesen leichte Nutzfahrzeuge und Busse deutlich schlechtere Abgasstandards als im Bundesdurchschnitt auf. Anhand ergänzender Modellrechnungen konnte für 2005 davon ausgegangen werden, dass 470 Einwohner von der PM10-Kurzzeit-Grenzwertüberschreitung betroffen sind. Ohne luftreinhalteplanerische Gegenmaßnahmen wäre für 2010 von 657 Betroffenen auszugehen gewesen. Bisher konnten erst Maßnahmen realisiert werden, die der Optimierung des Verkehrsflusses und der Ausbesserung schadhafter Fahrbahnbeläge dienten, allerdings keine relevante Auswirkung auf das Verkehrsaufkommen hatten. Zur nachhaltigen Immissionsverbesserung ist jedoch der Bau der sog. „Bahntangente“ zwingend notwendig, einer zusätzlichen Straße entlang der Bahnlinie zur signifikanten Entlastung des Innenstadtrings. Hier zeichnen sich nach langen Diskussionen zur Finanzierung zwischen der Stadt Bernau und dem Land Brandenburg inzwischen Lösungen ab.
Im übrigen ist das Umweltministerium Brandenburg in der Pflicht, zum jeweils aktuellen Stand der Luftreinhalteplan-Umsetzung auf Nachfrage der EU-Kommission zu berichten.
In den letzten Jahren befand sich die PM10-Feinstaubbelastung an der Messstelle Lohmühlenstraße – auch meteorologisch bedingt – deutlich unter den Grenzwerten: So lag das Jahresmittel 2007 und 2009 (vorläufiger Wert) bei 27 µg/m³ (Grenzwert: 40 µg/m³) und das 50 µg/m³-Tagesmittel wurde an lediglich 26 Tagen (2007) bzw. 23 Tagen (2009, vorläufiger Wert) überschritten (zulässig: max. 35 Tage). Ergänzend lässt sich feststellen, dass trotz deutlicher Zunahme des Diesel-Kfz-Anteils der ab 2010 geltende Stickstoffdioxid-Jahresgrenzwert von 40 µg/m³ bisher klar eingehalten wurde (2007 – 2009: 27 – 28 µg/m³).


Quelle: Eberswalder Blitz