Bleibendes Thema: Schnee
Der Winter hat auch die Stadt Eberswalde fest im Griff. Nach langer Winterabstinenz bedeutet er für die Einsatzkräfte der Stadtverwaltung eine große Herausforderung. Zunehmend auch durch die lang anhaltende Kälte und den Schneefall.
Die Bestände von Streusalz sind bis auf wenige Reste aufgebraucht. Nunmehr werden Kies und Splitt gestreut. Katrin Heidenfelder, Leiterin des Bauhofes der Stadt, informiert über die gegenwärtige Situation beim konkreten personellen und technischen Einsatz: „Wir sind mit dem gesamten Team des Bauhofes sowie vier Zusatzkräften täglich, überwiegend im Zwei-Schicht-System, im Einsatz und das bereits seit vor Weihnachten.“
Technisch stehen den Einsatzkräften vier Räum- und Streufahrzeuge, ein Radlader, vier Kleintraktoren, eine umgerüstete Gehwegkehrmaschine, vier Kleintransporter und vier Multicar zur Verfügung.
Als Streumaterialien wurden bisher ca. 480 t Salz, ca. 300 t Kies, ca. 25 t Splitt eingesetzt. Die Kosten dafür belaufen sich auf ca. 50.000 Euro für Streugut und ca. 6.000 Euro für den Schneetransport. Frau Heidenfelder bittet nochmals um Verständnis dafür, dass gegenwärtig eingehende Mails aus Zeitgründen nicht beantwortet werden können. „Ich verstehe, wenn Bürger ihren Ärger über die Schneeberäumung zum Ausdruck bringen; aber ich bitte immer wieder auch um Verständnis dafür, dass wir uns auf Schwerpunkte konzentrieren müssen – wie die Hauptstraßen zum Krankenhaus, Feuerwehr, Polizei. An dieser Stelle brauchen wir einfach auch den Einsatz eines jeden
Bürgers. Wenn jeder seinen offiziellen Pflichten nachkommt und vielleicht noch ein Stück mehr mit anpackt, dann wird für alle der Winter auch leichter zu ertragen sein. Positive Beispiele treffen unsere Kollegen täglich in der Stadt, und das lässt mich auch weiter hoffen.“ Im Bauausschuss am vergangenen Dienstag teilte der amtierende Baudezernent Udo Götze mit, dass trotz der Bescheide zur Straßenreinigung keine Bußgelder verhängt worden sind. Langfristig müsste die Konzeption des Winterdienstes neu überdacht und bearbeitet werden. Zu der Anregung von Dr. Andreas Steiner (Die Grünen), dass andere Städte den Schnee aus ihren Straßen weggefahren hätten, sagte Götze: „Auch imm Altstadtcarrée haben wir den Schnee wegfahren lassen. Wir haben Geld in die Hand genommen, um der Sitiuation Herr zu werden. Mehr ist nicht drin.“ Über 150 winterbedingte Einsätze hatte auch die Feuerwehr Eberswalde bisher zu verzeichnen. Die Freiwilligen Wehren waren in Alarmbereitschaft. Sie kamen in den Einsatz, als es darum ging, die Dächer mehrerer Kitas von der hohen Schneelast zu befreien. Messungen hatten ergeben, dass die zulässigen Belastungen in Einzelfällen erreicht wurden. Da die Witterungslage ein Abtauen und somit eine Verringerung der Last kaum erwarten ließ und weitere Schneefälle möglich sind, veranlasste das Liegenschaftsamt präventiv die Beräumung einzelner Dächer. Alle sechs Ortsfeuerwehren der Stadt waren im Einsatz, um die Dächer der Kitas Sonnenschein, Gestiefelter Kater und Spielhaus zu beräumen. Nachdem der Landkreis seine Sporthallen gesperrt hatte, sperrte auch die Stadt vorbeugend ihre Sporthallen.
Eine Messung auf der Sporthalle Heidewald ergab auch hier hohe Dachbelastungen. Die Freiwillige Feuerwehr Eberswalde und das Technische Hilfswerk aus Eberswalde beräumten in der vergangenen Woche das Dach der Sporthalle vom Schnee. „Eine Gefahr für die Tragfähigkeit der Dächer ist im Regelfall nicht vorhanden.
Dennoch kann im Einzelfall, insbesondere bei Flachdächern durch Verwehungen und Schneeanhäufungen, die Tragfähigkeitsgrenze der Dachkonstruktion erreicht werden“, so Nikolaus Meier, Chef der Eberswalder Feuerwehr.
Hauseigentümer sollten daher ihre Dächer kontrollieren.
Dies gilt auch für Gartenlauben und Schuppen. Kommt plötzlich Tau-
wetter oder Regen dazu, wird der Schnee
schwerer und die Gefahr eines
Einsturzes wächst.
Quelle: Eberswalder Blitz